Reformation und Toleranz

Das Projekt „Reformation und Toleranz“ wurde von der Jungen Gemeinde und der Kirchgemeinde Zöblitz beantragt. Im Zeitraum von Mai bis Juni 2014 fanden Aktionstage und Diskussionsveranstaltungen statt. TeilnehmerInnen waren 11 Jugendliche aus den Marienberger Ortsteilen Ansprung und Zöblitz. Das Projekt bestand aus drei Teilen.

Am 19. Mai 2014 fand eine Ausfahrt nach Wittenberg statt. Zuerst erkundeten die Jugendlichen in Teilgruppen das historische Stadtzentrum mit Hilfe einer Stadt-Ralley. Dabei mussten sie verschiedene Stationen besuchen um am Ende das Lösungswort „Reformation“ zu erhalten. Nach einer kurzen Mittagspause stand ein Besuch des Lutherhauses und des Melanchthonhauses auf dem Programm. Drei Mitarbeiterinnen der Museumspädagogik brachten den Jugendlichen nicht nur die Ausstellung näher, sondern ermöglichten ihnen auch einen Einblick in das Wittenberger Alltagsleben im 16. Jahrhundert. Dabei probierten sie mit einer Gänsefeder zu schreiben und durften ihr eigenes Wappen gestalten, welches sich jeder auch mit nach Hause nehmen durfte. Die Jugendlichen erfuhren, dass Reformation wesentliche Veränderungen innerhalb der damaligen Gesellschaft einleitete, die heute noch von Bedeutung sind.

Zweiter Teil war eine Vertiefung der Thematik. Am Dienstag, den 20. Mai 2014 trafen sich alle Jugendlichen, die mit in Wittenberg waren, und schauten gemeinsam den Film „ Luther / Er verändert die Welt für immer“. Die im 16. Jahrhundert oft fehlende Toleranz in religiösen Fragen wird in diesem Film greifbar gemacht.

Dritter Teil des Projekts war eine Diskussionsrunde, die am 3. Juni 2014 stattfand. Es wurde darüber nachgedacht, ob Toleranz selbstverständlich ist oder wir immer nur die Intoleranz bei anderen finden aber nie bei uns selbst. Ziele dieses Tages waren für Hintergründe und Ursachen von Intoleranz zu sensibilisieren, eine gesunde, selbstkritische Einstellung zur eigenen (In-) Toleranz  zu fördern und zugleich Toleranz als wesentliche ethnische Folgen des Christentums kennenzulernen. Die Jugendlichen beschäftigten sich in Gruppen anhand von historischen Personen mit der Geschichte der christlichen Intoleranz. Anschließend suchten sie in Gleichnissen aus der Bibel nach der Basis für echte Toleranz im Christentum.

Das Gespräch wurde von drei wesentlichen Sprüchen begleitet:

1)„Toleranz heißt nicht, die Meinung des anderen zu teilen, sondern sie zu ertragen.“

2)„Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Rechte haben.“

3)„Wo Toleranz Intoleranz toleriert , ist das Ende der Toleranz.“

 

„Das Projekt war für Jugendliche unanhängig ihrer konfessionellen Bindung offen. […] Diese offene Konstellation unterstützte meines Erachtens den Austausch über Toleranz.“, so Pfarrer Wolfram Rohloff.

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